|
Tauchgang zur Thistlegorm
Der erste Tauchgang wird am Morgen durchgeführt und ist einer allgemeinen Besichtigung des Wracks, dessen Achse von Nordwesten nach Südosten ausgerichtet ist, vorbehalten.
Ausgangspunkt ist der tiefste Heckteil und vorzugsweise die Westseite, um das schwere Maschinengewehr und das Flakgeschütz, welche auf dem 25 Meter tief gelegenen Deck gut sichtbar sind, den von den deutschen Bomben verursachten breiten Riss auf der Höhe des vierten Frachtraums, welcher Munition, Bomben, die zwei MK II Bren Carrier-Panzer enthielt, und eine in 28 Metern Tiefe und 30 Meter vom Schiff entfernt gelegene Lokomotive sehen zu können.
Man taucht anschließend entlang der Brücke hoch, auf der häufig Gegenströmung in Richtung Südosten herrscht, und schwimmt auf den Bug zu, wo sich in 15 Metern Tiefe die perfekt erhaltene, große Ankerwinde, von den Seefahrern 'Winch' genannt, befindet.
Während dieses Tauchgangs hat man nicht nur die Möglichkeit, die Struktur des Schiffes, sondern auch seine reiche Fauna zu bewundern, angefangen von großen Fledermausfischschwärmen (gen.Platax) bis zu den Barrakudas, von großen Zackenbarschen (gen.Chaetodon, Heniochus, Pomacanthus), von den Doktorfischen (gen.Acanthurus, Zebrasoma, Naso) bis zu den Krokodilsfischen (gen.Cociella) und von den Riesenhusaren bis zu den Soldatenfischen, die aus der Thistlegorm ein wahrhaft künstliches Riff machen.
Der Nachmittagstauchgang ist hingegen der Erkundung der inneren Strukturen des Schiffes, der drei Laderäume und ihrer Fracht, vorbehalten.
Der erste, am Bug gelegene Frachtraum ist der interessanteste. Der tiefer gelegene Bereich enthält Medikamentenkisten, Lee Enfield MK III-Gewehre, Gummistiefel und Reifen, während sich im oberen Bereich BSA-Motorräder und einige Automobile der Marke Morris befinden.
Der zweite, im mittleren Teil des Schiffes gelegene Frachtraum, dessen Eingang von zwei Eisenbahnwaggons flankiert wird, ist wie der vorhergehende in zwei Bereiche unterteilt:
Im unteren befinden sich die LKW's der Marke Bedford, während im oberen ebenfalls BSA-Motorräder und Automobile der Marke Morris untergebracht sind.
Unmittelbar achteraus vom zweiten Frachtraum befindet sich die teilweise abgedeckte Kommandobrücke, von welcher man zur Kapitänskajüte gelangt.
Taucht man in Richtung Heck weiter, erreicht man den dritten Frachtraum, in welchem man hauptsächlich Munitionskisten und Handgranaten vorfindet.
Darunter kann man das Schornsteinloch und achteraus den Riss des einstigen vierten Frachtraums mit den MK II Bren Carrier-Kettenfahrzeugen, welche bereits auf dem ersten Tauchgang erforscht wurden, sehen. Hiermit ist der zweite Tauchgang auf die Thistlegorm beendet, wenngleich auch zu ihrer vollständigen Erkundung wenigstens 10 Tauchgänge nötig wären.
Leider hat heute die Anzahl der Taucher, die tagtäglich die Thistlegorm erkunden, ein unerträgliches Ausmaß in Bezug auf die Erhaltung der Schiffsstruktur angenommen und die freigesetzten Luftblasen, die sich an den Metallwänden des Schiffes sammeln, verursachen eine schädliche und rasche Zersetzung und gefährden dadurch den Fortbestand des Wracks.
In Zukunft werden strenge Bestimmungen zur Regelung der Tauchgänge oder vielleicht sogar die Schließung des Tauchplatzes selbst zum Schutz dieses einmaligen geschichtlichen Zeugnisses notwendig sein.
Daten der Thistlegorm:
- Schiffstyp: Transportschiff
- Nationalität: englisch
- Baujahr: 1940
- Länge: 131 m
- Breite: 17,5 m
- Tonnge: 9.009 t
- Untergang: 5.-6. Oktober 1941
Tiefe: 16-33 m
|
| Orte:
Straße von Gubal
Dunraven
Small Crack
Stringray Station
Thistlegorm
Tauchgang Thistlegorm |
|
|


|